Inklusion als Mehrwert für die gesamte Stadt

  1. Hauptstadt der Inklusion

Barrierefreiheit und Inklusion betreffen nicht nur Menschen mit Behinderung. Sie verbessern die Lebensqualität für alle Menschen – für Familien mit Kinderwagen, für ältere Menschen, für Kinder und Jugendliche sowie für alle, die auf eine gut funktionierende Infrastruktur angewiesen sind. Mit der Inklusionsstrategie der Stadt Graz wurde bereits ein wichtiger Grundstein gelegt. Graz ist hier kommunaler Vorreiter in Österreich. Diesen Weg gilt es durch stetige Evaluierungen und Umsetzungsschritte weiter zu forcieren.

Maßnahmen:

  • Regelmäßige Überprüfung und Evaluierung des Umsetzungsstandes der Inklusionsstrategie
  • Forcierung der schrittweisen Umsetzung der Inklusionsstrategie
  • Regelmäßige Verankerung des Inklusionsthemas in den Gemeinderatsausschüssen

 

Unser Ziel ist ein Graz, in dem alle Menschen möglichst selbstbestimmt, gleichberechtigt und ohne Barrieren am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

 


 

  1. Stadt der Generationen und des Miteinanders

Graz soll eine Stadt der Generationen sein – eine Stadt, in der Menschen jeden Alters die gleichen Chancen und Möglichkeiten haben. Eine Stadt, in der sich alle Generationen sicher, wertgeschätzt und eingebunden fühlen. Es braucht daher starke Angebote für Seniorinnen und Senioren, barrierefreie Infrastruktur, mehr Tageszentren und gezielte Maßnahmen gegen Vereinsamung. Gleichzeitig wollen wir Jugendliche stärker einbinden, Ehrenamt sichtbar fördern und Frauen gezielt unterstützen.

Maßnahmen:

  • Keine Altersdiskriminierung: Analoge Alternativen bei allen Behörden
  • Etablierung eines „Generationenhauses“: Begegnungsort für Jung und Alt
  • Ausbau des Seniorenbüros zu einer vollumfänglichen Interessensvertretung
  • Ausbau der Jugendbeteiligung (Schulen, Jugendzentren, digitale Beteiligungsplattformen)
  • Gezielte Unterstützung von Frauen-Netzwerken, die Empowerment im Arbeits- und Wirtschaftsleben sowie Chancengleichheit und Selbstbestimmung zum Ziel haben
  • Evaluierung aller bestehenden Spiel- und Bewegungsräume hinsichtlich Barrierefreiheit, Sicherheit und Nutzbarkeit für verschiedene Generationen und Nutzergruppen

 

Unser Ziel ist ein Graz, das niemanden zurücklässt und in dem alle Generationen gerne leben können.

 


 

  1. Bildung

Bildung ist ein Grundrecht und die Grundlage für Selbstbestimmung, gesellschaftliche Teilhabe und berufliche Perspektiven. Menschen mit Behinderungen haben ein uneingeschränktes Recht auf Bildung. An diesem Recht darf nicht gespart werden – weder bei der personellen Unterstützung noch bei barrierefreien Lernumgebungen, digitalen Hilfsmitteln oder der notwendigen Ausstattung. Ein inklusives Bildungssystem muss allen Menschen von Anfang an faire Chancen auf Lernen, Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Gerade die jüngsten Budgetkürzungen im Bildungsbereich gefährden jedoch die notwendige Unterstützung vieler Kinder und Jugendlicher mit Behinderungen. Bestehende Angebote müssen besser abgesichert und gezielt ausgebaut werden.

Maßnahmen:

  • Sicherstellung einer ausreichenden Finanzierung inklusiver Bildungsangebote wie zum Beispiel Partner:innen-Klassen
  • Schaffung und Ausbau inklusiver Kindergartenplätze
  • Barrierefreie Ausstattung von Bildungseinrichtungen und Lernumgebungen
  • Gemeinsame Initiative von Stadt, Land und Bund zur langfristigen Absicherung und zum Ausbau der Schulassistenz sowie der Bereitstellung einer Ferienassistenz
  • Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen, Familien und Behindertenorganisationen

 

Unser Ziel ist ein Bildungssystem, in dem kein Kind aufgrund einer Behinderung benachteiligt wird und alle Menschen die gleichen Chancen auf Bildung, Entwicklung und Zukunftsaussichten erhalten.

 


 

  1. Wohnen

Wohnen ist eines der herausforderndsten Themen für Menschen mit Behinderung. Trotz eines rechtlich verbrieften Anspruches auf ein selbstbestimmtes Leben (z.B. nach der UN-Behindertenrechtskonvention) scheitert es oft an Barrieren und fehlenden Ressourcen. Zum einen braucht es daher im eigenen Wirkungsbereich der Stadt Graz, den Gemeindewohnungen, dringend eine Verbesserung der Situation (laut aktuellem „Maßnahmenbericht Inklusion“ sind derzeit von rund 11.500 Gemeindewohnungen lediglich 129 tatsächlich barrierefrei). Zum anderen soll der Austausch mit Stakeholdern des freien Wohnungsmarktes intensiviert werden.

Maßnahmen:

  • Einrichtung einer Informationsstelle „Wohnen mit Behinderung“ bei Wohnen Graz
  • Entwicklung einer zentralen Online-Datenbank zur Einspeisung von aktuell verfügbaren barrierefreien Wohnungen in Graz (Kooperation mit Wohnbauträgern, Hausverwaltungen, Maklern und bestehenden Wohnungsvermittlungsstellen)
  • Stetige Erhöhung des Anteils barrierefreier Gemeindewohnungen durch Adaptierungen bei anstehenden Sanierungen sowie bei Neubauprojekten

 

Unser Ziel ist ein Graz, in dem ausreichend den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderung entsprechender Wohnraum zur Verfügung steht.

 


 

  1. Verkehr

Mobilität und Verkehr sind die Grundlage für Arbeit, Bildung, Arztbesuche, Freizeit und gesellschaftliche Teilhabe. Gerade für Menschen mit Behinderung ist dieses Thema von enormer Relevanz: Ohne eine barrierefreie Fortbewegung ist eine echte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, der Zugang zu Bildung oder der Weg zur Arbeit kaum möglich. Graz braucht daher eine Verkehrspolitik, die die Anliegen aller Grazerinnen und Grazer, von jung bis alt, ernst nimmt – und die Menschen in der Stadt mitnimmt. Es darf nicht nur um die Interessen einzelner Gruppen gehen, sondern um die Bedürfnisse und Verkehrssicherheit aller.

Maßnahmen:

  • „Mischverkehr“, wo möglich, beenden (z.B. Ausweitung des Fahrradverbots auf den Hauptplatz, Trennung von Gehsteigen und Radwegen, Verbesserung der Situation auf Brücken und bei Haltestellen)
  • Behinderten-Parkplätze ausweiten: Bedarfserhebung und Prüfung von Kooperationsvereinbarungen mit Parkplatzanbietern und Tiefgaragenbetreibern
  • Stetige Verbesserung der Barrierefreiheit von Haltestellen
  • Verbesserung der Barrierefreiheit von Informationen an Infoscreens
  • Gehsteigoffensive: Gehsteige inklusiver gestalten und in Randbezirken ausbauen!

 

Unser Ziel ist ein Graz, in dem sich alle Menschen sicher, selbstständig und barrierefrei bewegen können – unabhängig von Alter, Behinderung oder persönlicher Mobilität.

 


 

  1. Wirtschaft, Arbeit und Soziales

Arbeit bedeutet finanzielle Unabhängigkeit, gesellschaftliche Teilhabe und Selbstbestimmung. Menschen mit Behinderung sind am Arbeitsmarkt jedoch nach wie vor benachteiligt. Sie stoßen zudem am Weg in die Selbstständigkeit oft auf zusätzliche finanzielle, organisatorische und bürokratische Hürden bei der Unternehmensgründung. Graz sollte daher eine Stadt sein, die als Vorreiterin für inklusives Wirtschaften und Arbeiten auftritt.

Maßnahmen:

  • Prüfung zur Einrichtung eines One-Stop-Shops als zentrale Drehscheibe und Anlaufstelle
  • Aufbau eines Mentoring- und Peer-Netzwerks von Unternehmerinnen und Unternehmern mit Behinderung zum Erfahrungsaustausch und zur Kooperationsförderung
  • Stärkung der Zusammenarbeit mit AMS, Sozialministeriumservice, WKO und Behindertenorganisationen
  • Weiterforcierung der Vorbildwirkung der Stadt Graz als inklusive Arbeitgeberin

 

Unser Ziel ist es, Graz weiterhin als Vorreiterin für inklusives Unternehmertum zu etablieren und einen Beitrag dazu zu leisten, dass Menschen mit Behinderung die gleichen Chancen auf Ausbildung, Beschäftigung und beruflichen Aufstieg haben wie alle anderen.

 


 

  1. Verwaltung

Die Kommunikation mit der Verwaltung und Behörden ist für Menschen mit Behinderungen ein großes und vielschichtiges Thema, das im Alltag zu diversen Herausforderungen führen kann. Die Verwaltung in der Stadt Graz sollte daher in allen Bereichen möglichst barrierefrei sein. Das gilt sowohl für die Infrastruktur (öffentliche Gebäude) als auch für die Abwicklung von Anträgen und Verfahren sowie für Serviceangebote. Vieles ist in diesem Bereich bereits passiert. Es gilt die Barrierefreiheit aber weiter auszubauen und unter Beibehaltung analoger Wege digitale Möglichkeiten noch stärker zu nutzen.

Maßnahmen:

  • Evaluierung der Barrierefreiheit von Gebäuden und Einrichtungen im Haus Graz
  • Ausbau der leichten und verständlichen Sprache in der Verwaltung
  • Weiterentwicklung der barrierefreien Gestaltung von Websites, Dokumenten und Formularen (auch KI-Möglichkeiten prüfen)
  • Prüfung von Möglichkeiten zur barrierefreien Zustellung behördlicher Post mit ID Austria
  • Sicherstellung des analogen und persönlichen Amtsweges

 

Unser Ziel ist eine Verwaltung, die digitale Innovation mit sozialer Verantwortung verbindet und allen Menschen – unabhängig von Alter, Behinderung oder digitalen Vorkenntnissen – einen einfachen Zugang zu städtischen Leistungen ermöglicht.

 


 

Statements:

VP-Spitzenkandidat Stadtrat Kurt Hohensinner: „Inklusion liegt in der DNA der Grazer Volkspartei – und sie war auch mein ganz persönlicher Einstieg in die Politik. Als Behindertenpädagoge wollte ich Miniaturen von Grazer Sehenswürdigkeiten für sehbehinderte Menschen umsetzen und habe dabei erlebt, wie viel man mit Engagement und guten Ideen bewegen kann. Diese Erfahrung zeigt: Inklusion ist kein Randthema für wenige Menschen, sondern schafft einen echten Mehrwert für die gesamte Stadtgesellschaft. Oft sind es Maßnahmen mit überschaubarem Aufwand, deren Wirkung enorm sind. Deshalb bleibt es mein klares Ziel, Graz weiter als Vorreiterstadt der Inklusion zu stärken und echte Teilhabe für alle Menschen zu ermöglichen.“

 

„Inklusion ist nie abgeschlossen“, betont die zuständige Stadträtin Claudia Unger (VP), „sie ist ein fortlaufender Prozess, bei dem es darum geht, die Lebensrealitäten von Menschen mit Behinderung Schritt für Schritt zu verbessern. In den vergangenen Jahren konnten wir in Graz bereits viel bewegen. Mit der Inklusionsstrategie, die 2023 auf Initiative von Kurt Hohensinner beschlossen wurde, sind wir auf kommunaler Ebene österreichweit Vorreiter. Der erste Zwischenbericht zeigt, wo noch Handlungsbedarf besteht – insbesondere in den Bereichen Verkehr und bei den Grazer Gemeindewohnungen.“

 

Bernhard Alber, Gemeinderatskandidat und VP-Inklusionssprecher: „Mit diesem Maßnahmen-Paket gehen wir die drängendsten Themen für Menschen mit Behinderung an. Inklusion macht unsere Gesellschaft wertvoller, denn eine Behinderung kann jeden Menschen von Geburt an, durch Krankheit, einen Unfall oder im Alter betreffen. Sie beschränkt sich nicht auf Barrierefreiheit, sondern bedeutet, Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen sichtbar zu machen und ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Denn echte Teilhabe schafft Lebensqualität, stärkt die Selbstbestimmung und ermöglicht ein selbstständiges Leben.“

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